Zwergenaufstand mit Struktur

Zwergenaufstand mit Struktur

Jusos Wetterau wählen bei JHV einen neuen Vorstand und positionieren sich zur Kreispolitik

Am Morgen des vergangenen Samstags fand die Jahreshauptversammlung der Jusos Wetterau im alten Rathaus in Bad Nauheim statt.
Nachdem der kommissarische Vorsitzende Lukas Dittrich die Jahreshauptversammlung der Jusos Wetterau eröffnet hatte, folgten die Grußworte der Landtagsabgeordneten und neuen Unterbezirksvorsitzenden der SPD Lisa Gnadl und von Andreas Balser, Vorsitzender der Antifaschistischen Bildungsinitiative Friedberg e.V..

Eine reichlich gefüllte Tagesordnung stand den Jusos anschließend bevor. Zunächst standen die Rechenschaftsberichte des bisherigen Vorstands im Vordergrund, die anschließend anstandslos von den Mitgliedern entlastet wurden. „Wir haben im letzten Jahr nicht nur im Wahlkampf viel geleistet, sondern auch danach an unsere persönlichen Grenzen gegangen. Sicherlich könnte man 2,5 Stunden darüber referieren, aber ich halte mich etwas kürzer“, leitete Dittrich den Rechenschaftsbericht humorvoll ein und hielt sein Versprechen: Neben dem Wahlkampf der Bundestagskandidatin Natalie Pawlik, der zu großen Teilen durch die Jusos mitorganisiert und getragen wurden, etlichen Wahlkampfständen und Über-Nacht-Plakatierungsaktionen für die Landratskandidatin Stephanie Becker -Bösch, Poetry Slams im Pastis, Plenen zu verschiedenen wichtigen Themen, Themenabende u.a. zu den Grundwerten der Sozialdemokratie und vielen weiteren Aktionen füllten die Jusos Wetterau ein Jahr voller ehrenamtlicher politischer Arbeit auch mit der Reaktivierung und Neugründung von Ortsgruppen. „Mit der Neugründung der Jusos Friedberg haben wir neben Büdingen, Bad Vilbel und Niddatal nun vier Ortsgruppen in der Wetterau, die selbstständig aktiv sind.“, freut sich Dittrich.

 

Mit neuem Vorstand in das neue Jahr

Die Jusos Wetterau wählten in diesem Jahr einen neuen geschäftsführenden Vorstand. Lukas Dittrich, der den Posten des Vorsitzenden zwischenzeitlich kommissarisch übernommen hatte, nachdem Fabian Hassebrock aufgrund seines Studiums verzogen war, wurde mit breiter Unterstützung zum neuen Vorsitzenden der Jusos Wetterau gewählt. „Es waren keine 100 %, aber die  Erfahrung zeigt, dass eine Vorsitzwahl mit einem solchen Ergebnis nicht unbedingt auch ein erfolgreiches Jahr bedeutet.“, witzelt der frisch gewählte Vorsitzende aus Ilbenstadt.

Zu seinen Stellvertretern wurden Franziska Linhart aus Limeshain, Axel Nieslony aus Bad Vilbel und Reyhan Demir aus Friedberg gewählt. Komplettiert wird der Vorstand durch Luca Bauer aus Friedberg, der als Kassierer gewählt wurde.

„Wir haben uns zusammen für einen Geschäftsführenden Vorstand ohne Beisitzer entschieden, der dann für alle organisatorischen Vorgänge zuständig ist und wichtige Entscheidungen auch kurzfristig treffen kann; vergleichbar mit einer ausführenden Kraft. Ein aufgeblähter Vorstand, nur um Posten zu verteilen, macht keinen Sinn. Wir wollen handlungsfähig und flexibel sein“, erklärt Axel Nieslony.

Franziska Linhart ergänzt zu der Entscheidung: „So garantieren wir basisdemokratische Entscheidungen, da wir als Vorstand nur die Weichen stellen, um dann zusammen mit allen Mitgliedern die Aufgaben anzugehen. Gemeinsam mit den Basismitgliedern bestimmen wir die Themen und Veranstaltungsformate, kümmern uns dabei aber gleichzeitig darum, den Rahmen für die Ideenentwicklung zu gewährleisten.“

 

Verabschiedung von langjährigen Mitgliedern

Vorstandswahlen bringen auch immer Verabschiedungen mit sich. In diesem Jahr verabschiedeten sich die Jusos von Tobias Gniza, der seit über 13 Jahre die Arbeit der Jusos, auch über den Wetteraukreis hinaus, geprägt hatte. Zuletzt als Kassierer aber auch in vielen weiteren Ämtern war er ein gefragter Ansprechpartner und stand gerade neuen Jusos mit Rat und Tat zur Seite. „Wenn ich mir den neugewählten Vorstand ansehe, bin ich sehr zuversichtlich, dass es für mich heute ein Abschied auf Dauer sein wird.“, so der Rockenberger Fraktionsvorsitzende zu seinem Karriere Ende bei den Jusos.

„Mir ist bewusst, dass Tobias große Fußstapfen hinterlässt, in die ich nun trete. Umso mehr freut mich der Zuspruch den ich bekommen habe.“, sagt Luca Bauer, „ Als kürzestes Mitglied des Vorstands bin ich sehr gespannt auf die Vorstandsarbeit. Es ist schön zu sehen, dass man bei den Jusos schon früh in seinem Können gefördert wird.“

Auch Sarah Krampitz, die 7 Jahre im Vorstand mitgearbeitet hatte und 3 Jahre davon als Vorsitzende tätig war, wurde verabschiedet.
„Es ist komisch zu sehen, wie die Jusos, die schon aktiv waren als ich 2011 eintrat, nun nach und nach verabschiedet werden. Aber so funktioniert Erneuerung nunmal. Man findet neue Aufgaben und überlässt die Verantwortung anderen engagierten Mitgliedern. Deswegen freue ich mich auf ein neues Jahr mit diesem tollen Vorstand“, resümiert Reyhan Demir.

 

Mit Erneuerung ging die Jahreshauptversammlung auch zu Ende, denn nun hieß es Anträge beraten. Zu diesen sagt der Vorsitzende Dittrich: „Wir hatten verschiedene Anträge aus den Ortsgruppen und des Vorstands u.a. bezüglich des Haus Hubertus und dem Wahlrecht ab 16 Jahren. Diese werden wir natürlich auch auf den jeweiligen Parteitagen vorstellen und verteidigen. Wenn es keine neuen Ideen und junge Menschen gibt, die dafür kämpfen, bleibt alles gleich. Das ist nicht in unserem Sinne. Deswegen reden wir nicht nur, sondern handeln. Der sogenannte Zwergenaufstand geht also weiter.“

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