Jusos: Alkoholverbot ist nicht die richtige Lösung

Jusos: Alkoholverbot ist nicht die richtige Lösung

Jusos kritisieren die Entscheidung in Eltville

„Wir finden, dass ein generelles Alkoholverbot am westlichen Rheinufer nicht die richtige Lösung ist. Statt mit wirkungslosen Verboten zu agieren, sollte eine umfassende Lösung gefunden werden“, so Robert Fladung, stellvertretender Vorsitzender der Kreis-Jusos.

In einer Pressemitteilung erklärte die Stadt, dass das Rheinufer  ab der Leergasse flussabwärts zur Alkoholverbotszone wird, da es in der Vergangenheit zu Vandalismus und erhöhter Gewaltbereitschaft von Jugendlichen kam. Für die Jusos greift dieser Ansatz viel zu kurz: „Mit einem solchen örtlich beschränkten Verbot wird das Problem nicht gelöst, sondern nur an andere Orte unserer Stadt verlagert“, argumentiert die stellvertretende Ortsvorsteherin der Eltviller Kernstadt, Katharina Hombach.

Vielmehr müsse sich die Eltviller Stadtpolitik ganz grundsätzlich mit den Ursachen beschäftigen und die Frage stellen, warum sich Jugendliche in Eltville an abgelegenen Orten treffen. Der Weinprobierstand sei zwar ein schöner Ort, allerdings spricht er offenbar Jugendliche nicht besonders an. Viele gastronomische Betriebe schließen schon gegen 22 Uhr, um die Nachtruhe von Anwohnern nicht zu stören. Zwangsläufig bleibt da nicht viel anderes übrig, als sich an öffentlichen Orten aufzuhalten.

In Diskussionen, besonders in sozialen Netzwerken, werden hauptsächlich alkoholisierte Jugendliche als Ursache für den Vandalismus und die Beschädigungen am Rheinufer genannt. Die Jusos distanzieren sich klar vom Vandalismus, bedauern aber, dass nun alle jungen Leute unter Generalverdacht gestellt werden. „Viele Jugendliche möchten auch die schönen Plätze der Stadt ausnutzen und treffen sich gerne am Wochenende auch mal auf ein Glas Wein am Rhein“, erklärt Fladung weiter.

Auch andere Kommunen haben in der Vergangenheit Probleme mit Vandalismus gehabt, dieses Problem aber anders gelöst. In Hochheim hat man den Weinstand beispielsweise auch für Jugendliche attraktiv gemacht. Hier gibt es regelmäßig Musik von lokalen Bands und DJs am Weinstand. Auch wird Street-Food mit Burgern, Flammkuchen und mehr angeboten. So hat sich der Weinstand zu einem Ort entwickelt, der von Jung und Alt gemeinsam angenommen wurde.

„Wir wünschen uns, dass das Alkoholverbot kein Dauerzustand wird, sondern vielleicht der Anstoß zu einer Diskussion, wie man das Rheinufer und den Weinprobierstand für alle Generationen in Eltville noch attraktiver machen kann, als es jetzt schon ist“, so Katharina Hombach abschließend.

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