Jusos tauschen sich mit Kreisschülerrat aus

Bensheim. Bei ihrer letzten Sitzung konnten die Jungsozialisten im Kreis Bergstraße den Kreisschülersprecher Johannes Strehler sowie den Unterbezirksvorsitzenden Marius Schmidt begrüßen. Strehler berichtete über seine Arbeit im Kreisschülerrat. Dieser ist die gesetzlich legitimierte Interessenvertretung aller Schülerinnen und Schüler des Kreises Bergstraße. In der Kreisschulkommission stellt er zwei Mitglieder.

Vorsitzender Philipp Ofenloch lobte die Arbeit des Kreisschülerrates und zeigte sich erfreut über den Austausch mit dem Kreisschülersprecher, der auch auf Landesebene aktiv ist.

Im Vergleich zu anderen Kreisen seien die Schulgebäude in einem ordentlichen Zustand. Über Renovierungen wie sie zuletzt am AKG stattfanden freuen sich die Schüler. Dass in dem neuen Gebäude, das für naturwissenschaftliche Fächer entstand, keine Toiletten vorhanden sind, bezeichnete Strehler als „umständlich“. So müssen die Schüler bei jedem Toilettengang in ein anderes Gebäude.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die ungleichen Möglichkeiten für Schülervertretungen an den verschiedenen Schulen. So profitieren einige Schülervertretungen von finanzstarken Fördervereinen ihrer Schule, durch die sie reichlich finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Schülervertretungen an Schulen ohne entsprechend starke Fördervereine haben wenig bis gar keinen finanziellen Spielraum. Hierdurch wird die Umsetzung von Projekten, für die sich die Schüler zusätzlich in ihrer freien Zeit engagieren, schwierig.

Problematisch sieht der Kreisschülerrat zudem die vielen SOL-Stunden. SOL ist ein Vertretungskonzept und bedeutet „Selbstorientiertes Lernen“. Hierbei ist kein Lehrer anwesend, die Schüler beschäftigen sich selbst mit Arbeitsaufträgen. Die Stunden, die dadurch vertreten werden, fallen aus der Statistik zum Vertretungsunterricht allerdings heraus. Zudem gibt es noch sogenannte „U-Plus“-Stunden, bei denen der nicht durch Lehrkräfte abgedeckte Unterricht beispielsweise von Studierenden gehalten wird. „Wir müssen die tatsächlichen Unterrichtsaufälle und Vertretungsstunden im Kreis genauer betrachten. Es kann nicht sein, dass nicht alle Stunden erfasst werden, nur weil man dem Ganzen einen anderen Namen gibt.“, meint Kreisvorsitzender Schmidt.

Die Lehrerversorgung beträgt laut Hessischer Landesregierung in Hessen im Durchschnitt 105 Prozent. Im Kreis Bergstraße kann sich nicht jede Schule über eine so gute Quote freuen.

Aus Sicht des SPD-Nachwuchses stellen die Befristungen für angestellte Lehrkräfte, die zu den Sommerferien entlassen und nach den Ferien wieder eingestellt werden, eine nicht zumutbare Belastung dar. Weiterhin fordern sie vermehrt die Einstellung von Lehrkräften sowie verstärkt Angebote im Bereich der Lehrerausbildung, auch in Bezug auf Umschulung, da momentan pensionierte Lehrkräfte zurück an die Schulen geholt werden, um den Bedarf an Lehrern abzudecken.

„In Bildungsthemen muss in Hessen dringend nachgebessert werden“, sind sich Ofenloch und Schmidt einig.

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