„Jeder sollte sich die Frage stellen warum gleichgeschlechtliche Eltern weniger Rechte haben sollten“

Jusos kritisieren Meister

KREIS BERGSTRASSE – Die Jusos Bergstraße sehen das Ergebnis der Volksabstimmung in Irland als einen überwältigenden Weckruf. “Es ist schon lange Zeit, die Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Menschen durchzusetzen! Das Votum der Iren müssen wir als nötigen Anstoß nehmen auch in Deutschland die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben voranzutreiben. Jeder sollte sich die Frage stellen warum gleichgeschlechtliche Eltern weniger Rechte haben sollten oder gar schlechtere Eltern seien. Die SPD ist verpflichtet sich für die Rechte der Schwulen und Lesben einzusetzen, auch wenn der Koalitionspartner versucht auszuweichen. Die Christdemokraten befinden sich offensichtlich auf einem einsamen Irrweg und die SPD sollte nicht blind hinterherlaufen, sondern sich den Vorstößen der Opposition anschließen und endlich die vollständige Gleichstellung vorantreiben“, so der stellvertretende Vorsitzende der Jusos Bergstraße Philipp Ofenloch in einer Pressemitteilung. Gegenüber dem Bergsträßer CDU-Abgeordnete Dr. Michael Meister, der sich am Mittwoch gegenüber dem Mannheimer Morgen gegen eine Öffnung der Ehe aussprach und sich dabei auf den Koalitionsvertrag und das Grundgesetz berief, finden die Jusos deutliche Worte. „Wer sich auf das Grundgesetz beruft muss sich im klaren sein, dass diese Koalition durchaus in der Lage ist ihre Mehrheit zu nutzen um die Verfassung im Sinne der Gleichstellung zu ändern. Wir befinden uns nicht mehr in den Gründerjahren. Unsere Verfassungsväter und Mütter würden sich heute wohl, im Sinne der Zeit und der Gleichberechtigung, keiner Öffnung der Ehe in den Weg stellen. Zudem definiert unsere freiheitliche Grundordnung kein Familienbild und schreibt kein Ehekonstrukt vor, hat aber durchaus den Anspruch eine Ordnung zu schaffen, in der sich jeder wieder findet und auf Augenhöhe frei entfalten kann. Wenn nun einige Angst um das Wohl adoptierter Kinder haben sei ihnen gesagt, dass eine liebende gleichgeschlechtliche Familie mit Kindeswunsch einem Kind in jedem Fall besser tut, als ein Leben ohne Eltern.“ Über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben sollte nach Meinung der Jusos der Bundestag abstimmen. Wenn es nach dem SPD Nachwuchs ginge müsste hierfür dann auch der Fraktionszwang aufgehoben werden, damit alle Abgeordneten ihre Stimmen frei nach ihrem Gewissen abgeben könnten. Johannes Kahrs, Beauftragter der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange von Lesben und Schwulen, erklärte zum Ergebnis einer solchen Abstimmung, dass „wenn sogar ein erzkonservatives Staatsoberhaupt wie die Queen in Großbritannien das Ergebnis einer solchen Entscheidung laut Meldungen „mit Freude” unterzeichnet, sollte es auch für die Kanzlerin aller Deutschen möglich sein, hier über ihren Schatten zu springen.“ Außerdem seien die Öffnung der Ehe im katholischen Spanien, die Gleichstellung durch die liberal-konservative Regierung in Großbritannien und nun das Votum des irischen Volkes ein Zeichen dafür, dass “die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule in westlichen, demokratischen Ländern gesellschaftlicher Mehrheitswille“ sei. zg

Diesen Artikel teilen: Facebook Twitter Pinterest Google Plus StumbleUpon Reddit RSS Email

Comments are closed.