Jusos Bergstraße zelten und diskutieren am Marbach-Stausee

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BERGSTRASSE/ODENWALD (red). „100 Jahre Jusos-100 Jahre Bildungspolitik“ unter diesem Motto veranstalteten die Jusos Bergstraße gemeinsam mit den Jusos Odenwald ein Zeltwochenende am Marbach-Stausee in der Nähe des Mossautal. Bei gutem Wetter tauschten sich die SPD-Nachwuchsorganisationen aus den beiden Landkreisen in Südhessen am vergangenen Wochenende intensiv  über die aktuelle Situation an Schulen und Hochschulen in Hessen aus.

Zunächst informierte DGB-Regionssekretär Horst Raupp über die aktuelle Lage junger Leute am Arbeitsmarkt. „Über 50 Prozent der Arbeitnehmer unter 30 Jahren haben noch keinen unbefristeten Arbeitsvertrag gesehen, zahlreiche junge Menschen werden nach dem Studium von Praktikum zu Praktikum gereicht anstatt einer Festanstellung entgegen sehen zu können“, charakterisiert Raupp die oftmals zitierte „Generation Praktikum“. „Hieraus resultiert eine große Verunsicherung in der eigenen Lebensplanung. Angesichts sinkender Geburtenzahlen kann man nur sagen: Eine solche Arbeitsmarktpolitik ist das beste Verhütungsmittel“, so Jusos und DGB.

In zwei Workshops stand anschließend eine Bestandsaufnahme des hessischen Schulsystems aus anderem Blickwinkel auf der Tagesordnung. Mithilfe von Maximilian Rühl, dem Bezirkskoordinator der südhessischen Juso-Schülergruppen, wurde ein Blick auf die Arbeit der Schülervertretungungen (SV-Arbeit) geworfen. „Wir fordern weiter mit Nachdruck, dass die Arbeit der Schülervertretungen ernst genommen werden muss. Es bedarf einer besseren Vernetzung der SVs auf den verschiedenen Ebenen aber auch eine größere Verantwortung und Selbstverwaltung. Wir fordern, dass die Landesschülervertretung wieder eigenmächtig über ihre Kasse bestimmen kann und in wichtigen Schulkonferenzen an jeder Schule Schüler als diejenigen, über deren Angelegenheiten im Wesentlichen entschieden werden, gleiches Stimmgewicht wie die Lehrer bekommen“, erläuterte Rühl die aktuellen Positionen.

Ferner warf der SPD-Nachwuchs einen abstrakteren Blick auf das Bildungssystem: „Die weit verbreitete Unart, Schulen und Hochschulen in Ranglisten einzuordnen, führt leider zu einem immer größeren Ungleichgewicht im Bildungssystem: Leuchtturmprojekte an Hochschulen werden gefördert, die breite Masse an Studenten vergessen. Das Sponsoring aus der Wirtschaft konzentriert sich auf die Spitzeneinrichtungen, die dann noch besser werden, während Schulen, die unter Umständen Unterstützung bräuchten, nicht gefördert werden und zurückfallen. Mit Bildungsgleichheit hat das wenig zu tun“, so die Erkenntnis aus der zweiten Workshopphase.

Ein gemeinsames Grillen schloss die Veranstaltung gesellig ab. Eine Wiederholung unter anderer thematischer Überschrift ist für das nächste Jahr vorgesehen

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