Mehr “heiße Luft” als “echte Entwicklungshilfe” – Jusos kritisieren Marshall-Plan für afrikanische Länder

Mehr “heiße Luft” als “echte Entwicklungshilfe” – Jusos kritisieren Marshall-Plan für afrikanische Länder

Am Randes des G20 Gipfels stellte Bundeskanzlerin  Merkel (CDU) den Marshall-Plan des Bundesentwicklungshilfeministers Müller (CSU) vor. Hierzu erklären die südhessischen Jusos

„Der sogenannte Marshall-Plan für afrikanische Länder hat mit echter Entwicklungshilfe wenig zutun. Europäischen Unternehmen wird es vereinfacht, Investitionen in afrikanischen Ländern zu tätigen und dort Rohstoffe für den hiesigen Konsum zu nutzen. Der Plan stellt aber nicht sicher, dass auch die dortige Bevölkerung davon profitiert. Dass der Plan ohne Mitwirkung afrikanischer Länder entstanden ist, setzt der Sache noch die Krone auf. Hierzulande die Bekämpfung von Fluchtursachen auszurufen und sich gleichzeitig mit der Armut in Afrika zu arrangieren, geht nicht zusammen. Das Gerede der CSU und ihres zuständigen Ministers entpuppt sich wieder einmal als heiße Luft“, kritisiert Kaweh Mansoori, Bezirksvorsitzender der Jusos Hessen-Süd das Papier des Entwicklungsministeriums.
„Bisher haben Steuervereinfachungen westlicher Unternehmen nicht zu Wirtschaftssteigerung afrikanischer Länder geführt“, stellt Stefanie Minkley, stellvertretende Bezirksvorsitzende, fest und fährt fort: „Die aktuelle Entwicklungspolitik gibt afrikanischen Ländern kaum eine Chance die eigene Wirtschaft zu stärken. Dafür wäre es nötig, dass afrikanische Fachkräfte ausgebildet und gefördert werden und afrikanische Unternehmen gestärkt werden, damit erwirtschaftete Gewinne auch der lokalen Bevölkerung zu Gute kommen.“
Bereits im März diesen Jahres haben die Jusos Hessen-Süd gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Sascha Raabe und Walid Malik vom Institut für postkoloniale Studien, über den „Marshall Plan für Afrika“ diskutiert und insbesondere kritisiert, dass kein einziges afrikanisches Land an der Entwicklung dieses Papiers mit einbezogen war. Entsprechend skeptisch fallen bisher die Reaktionen der betroffenen Staaten aus.
Foto: Matt-80, wikipedia commons, CC Lizenz

 

Diesen Artikel teilen: Facebook Twitter Pinterest Google Plus StumbleUpon Reddit RSS Email

Comments are closed.