„Der Reichtum ist da, die Beschäftigten der Sozialberufe verdienen ihren Anteil“

„Der Reichtum ist da, die Beschäftigten der Sozialberufe verdienen ihren Anteil“

SPD-Nachwuchs unterstützt die Tarifforderungen der Streikenden – Verständnis für die kommunale Haushalts-Situation |

 

Anlässlich der Großkundgebung der streikenden Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen am 28.05.2015 in Frankfurt erklären die Jusos Hessen-Süd:

„Der Reichtum ist da, die Beschäftigten der Sozialberufe verdienen ihren Anteil. Diese Leute legen jeden Tag den Grundstein für Entwicklungschancen von Kindern und gute Bildung. Das muss sich auch auf dem Gehaltszettel bemerkbar machen“, forderte der Bezirksvorsitzende der Jusos Hessen-Süd Kaweh Mansoori am Rande der Kundgebung in Frankfurt. Nach Polizeiangaben nahmen 16.000 Menschen an der Kundgebung teil.

 

„Lachhaft“ nannte es Mansoori, dass die Arbeitgeber sich auf das Argument der fehlenden Finanzierbarkeit zurückzögen. „Die CDU im Bund hat den Menschen bei der Bundestagswahl 2013 verkauft, dass es keine Änderungen in der Steuerpolitik braucht. Jetzt stellen alle fest, dass sie eine gute soziale Infrastruktur vor Ort wollen. Beides geht nicht zusammen“, erklärte der Juso-Vorsitzende.

 

Auch die aktuelle Diskussion über Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst beweise, dass eine gerechtere Lastenverteilung in der Steuerpolitik mit Nachbesserungen bei der Körperschaftssteuer, der Einkommensbesteuerung von Reichen, der Besteuerung von Millionen-Erbschaften und der Einführung einer Vermögenssteuer nötig ist. „Der Staat ist keine eierlegende Wollmilchsau. Wir können nicht auf der Einnahmeseite einen Nachtwächterstaat fordern und auf der Ausgabenseite einen Wohlfahrtsstaat nach skandinavischem Vorbild finanzieren. Gute Infrastruktur vor Ort braucht solide Finanzen in den Kassen. Der Bund, der maßgeblich die Einnahmeseite des Staates kontrolliert, kann seine Verantwortung nicht einfach nach unten zu den Kommunen durchgeben, die bereits jeden Cent rauskratzen. Gute Bildung ist staatliche Aufgabe. Der Staat muss das Geld aufbringen“, so Mansoori.

 

Vorstandskollege Filippos Kourtoglou ergänzte: „Kindererziehung und frühkindliche Bildung gehören zu den verantwortungsvollsten Aufgaben unserer Gesellschaft. Es geht bei der aktuellen Tarifkampagne nicht nur um mehr Geld, sondern vor allem um gesellschaftliche Anerkennung für gute Arbeit. Wenn die Berufsbilder von Männern dominiert wären, würde die Bezahlung wesentlich besser aussehen. Für uns geht es daher auch um Equal Pay“, sagte Kourtoglou, der aktiver Gewerkschafter ist. Anerkennung und Bezahlungen gehörten aber zusammen. „Die Beschäftigten in den Sozialberufen wollen eine Aufwertung ihres Berufsfeldes. Das heißt im Ergebnis natürlich auch mehr Geld. Und das Argument von Bund und Ländern kann nicht sein, dass die Kommunen kein Geld haben, da es Bund und Länder sind, die die kommunalen Haushalte ausbluten lassen“, so Kourtoglou abschließend.

Diesen Artikel teilen: Facebook Twitter Pinterest Google Plus StumbleUpon Reddit RSS Email

Comments are closed.