Ein langer Weg zur Bürgerversicherung, der sich lohnt

Ein langer Weg zur Bürgerversicherung, der sich lohnt

 

Unter dem Titel „Nein zur Zwei-Klassen-Medizin!“ diskutierten ca. 50 Interessierte  über gerechtere Alternativen für unser Gesundheitssystem

Ulli Nissen, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Frankfurt II begrüßte die Teilnehmenden mit einer persönlichen Geschichte über Ungleichbehandlung von einer gesetzlich versicherten Bekannten. Die anwesenden Vertreter des Sozialverbandes (SoVD) machten anhand zweier Beispiele aus ihrer Beratung klar, wie unfair und unbegründet Kassen zum Teil Beiträge von Versicherten erheben wollen. „Privatversicherte erhalten meist schneller und auch andere Leistungen. Dass Versicherungsstatus auch medizinische Entscheidung beeinflusst, darf nicht sein“, so Stefanie Minkley, Ärztin und Moderatorin des Abends.

In mehreren Beiträgen wurde deutlich, dass die Finanzierung ausgeweitet werden muss. “Viele Einkommen, insbesondere Kapitalerträge werden nicht berücksichtigt“, so Minkley, die auch stellvertretende Vorsitzende der Jusos Hessen-Süd ist. Dem stimmte Ver.di-Vertreter Georg Schulze-Ziehaus zu. Er wies außerdem auf die schlechten Arbeitsbedingungen und insbesondere die schlechte Bezahlung von Pflegekräften hin. Ein Physiotherapeut im Publikum erinnerte an die ebenso unterdurchschnittliche Bezahlung von Gesundheitsfachberufen.

Bettina Müller, MdB und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit, zeigte aber auch die positiven Reformen der letzten Legislaturperiode, wie die Pflegeberufereform, auf und versprach, die Wiederherstellung Parität sei das nächste Vorhaben, sollte die SPD wieder Regierungsverantwortung bekommen.

Tenor war am Ende, dass die Bürgerversicherung und langfristig die Abschaffung der Privaten Vollversicherungen das Gesundheitssystem gerechter machen können. Aber auch, dass dies ein komplexer und langer Weg sein wird. „Wir haben noch viele zähe Verhandlungsphasen vor uns, bis wir die Bürgerversicherung haben“, so Müller abschließend.

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