Kandidaten – Omar Shehata

IMG_4949Zu meiner Person:

Mein Name ist Omar Shehata. Ich wurde als Sohn ägyptischer Einwanderer 1991 in Frankfurt am Main geboren, wo ich 2011 die Allgemeine Hochschulreife am Heinrich-von-Gagern-Gymnasium erlangte und in diesem Sommer den Bachelor of Arts an der Johan-Wolfgang Goethe-Universität erwarb. Zurzeit studiere ich dort auch Soziologie und Romanistik.

Meine Motivation

Als Halbwaise mit Migrationshintergrund, der sozialen Abstieg hautnah miterlebte, habe ich früh gemerkt, dass unsere Gesellschaft noch immer von Ungerechtigkeit und Fremdenfeindlichkeit geprägt ist. Ich möchte daher ein Sprachrohr für diejenigen Jugendlichen in unserer Stadt sein, die immer noch aufgrund ihrer Herkunft oder Religion benachteiligt werden und mich für diese einsetzen. In Zeiten von PEGIDA, Salafisten und Übergriffen auf Flüchtlingsheime braucht unsere Stadt eine starke Sozialdemokratie, die keine Toleranz für Rassisten und Antisemiten zeigt. Daher möchte ich gemeinsam für eine sozialdemokratische Mehrheit bei der nächsten Kommunalwahl kämpfen, um salafistischen Kriegstreibern endlich das Handwerk zu legen. Denn für mich gilt klar: Kinder gehören an unsere Schulen und nicht an die Front nach Syrien!

1. Mentoring-Programm für Flüchtlinge

Ein Großteil der Flüchtlinge fliehen sehr früh aus ihrer Heimat und müssen diese wohl für immer verlassen. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass ihre Stärken und Kompetenzen auch von politischer Seite gefördert werden. Politische Bildung ist ein Menschenrecht. Daher soll ein Mentoring-Programm für junge (minderjährige unbegleitete) Flüchtlinge etabliert werden, in Form eines Förderprogramms aus RPJ-Mittel. Politische Bildung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Frage der Förderung. Ebenfalls muss unsere Gesellschaft zum Thema Flucht und Migration sensibilisiert werden. Wir wollen jungen Menschen eine Chance geben, sich mit den persönlichen und politischen mit den Beweggründen ihrer Flucht auseinanderzusetzen. Über das das Politische hinaus setzen wir uns dafür ein, junge Flüchtlinge im Bereich des Breiten- und Leistungssports zu fördern. Frankfurt am Main ist nicht nur seit der Etablierung der DFB-Akademie ein wichtiger Standort des deutschen Sports. Mit vielen Sportvereinen, darunter drei große Fußballvereine (Eintracht Frankfurt, FSV Frankfurt und 1. FFC Frankfurt) bietet die Stadt eine umfassende Möglichkeit junge Talente zu fördern. Hier soll zusammen mit dem Landessportbund Hessen und dem DFB ein umfangreiches Förderprogramm etabliert werden, um jungen Flüchtlingen den Zugang zu Breiten- und Leistungssport zu ermöglichen. Davon profitiert zugleich unsere Stadt enorm. Des Weiteren setzen wir uns für Ausbildungsmöglichkeiten von Geflüchteten ein. Für die Dauer während ihrer Ausbildung soll ferner eine Abschiebung aus der Bundesrepublik Deutschland ausgeschlossen werden.

2. Extremismus und Rassismus bekämpfen

Trotz internationalen Anspruchs der Stadt Frankfurt wird unser Zusammenleben leider immer noch von Extremisten bedroht. Sei es von Rechtsradikalen in Form von PEGIDA und Freien Bürgern für Frankfurt oder von salafistischen Kriegstreibern die junge Menschen in den Krieg nach Syrien verführen. Die Ursache für eine Affinität zum Extremismus ist in beiden Formen ähnlich zu betrachten. Jedoch soll davon ausgegangen werden, dass wir uns mit einem neuen Phänomen des Extremismus beschäftigen und dieses einer genaueren Studie bedarf. Oft wird nur politisch diskutiert.Hierbei sollen auch Moscheenverbänden in die Pflicht genommen werden und ein Diskurs gestartet werden. ISIS ist hauptsächlich ein Problem des Westens, was nicht unterschätzt werden darf. In erster Linie muss dafür das Bildungsangebot verbessert werden. Wir werden uns daher dafür einsetzen, dass Frankfurter Schulen zu „Schulen ohne Rassismus“ werden. Wir werden es nicht zulassen, dass sich Kinder in unserer Stadt radikalisieren. Dies soll vor allem durch das Einsetzen von Sozialarbeitern an allen Schulen geschehen.

Zur Bewältigung von Rassismus und Vorurteilen in unserer Gesellschaft muss die Stadt Frankfurt in die Pflicht genommen werden. Das Label „Internationalste Stadt Deutschlands“ muss Frankfurt auch darin unter Beweis stellen, dass Menschen unabhängig von Herkunft, Religion, Hautfarbe oder sexueller Orientierung auf dem Arbeitsmarkt gleich behandelt werden. Wir fordern daher anonymisierte Bewerbungsverfahren bei allen städtischen Unternehmen, Tochterunternehmen und der städtischen Verwaltung. 

Wir wollen daher auch für Jugendliche eine Ausbildungsgarantie. Für uns ist wichtig, auch die Jugendlichen, die den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe noch nicht gerecht werden, ausbildungsfähig zu machen und während ihrer Ausbildung weiter zu begleiten und zu fördern.

Wir wollen, dass die Stadt Frankfurt und die städtischen Gesellschaften auch in Bezug auf Ausbildung ein Vorbild für andere sind. Dazu gehört auch, den Anteil städtischer Mitarbeiter/innen und Azubis mit Migrationshintergrund erhöhen. Dazu ist es u. a. notwendig, interkulturelle Kompetenz und besondere Sprachkenntnisse stärker bei der Bewerberauswahl zu berücksichtigen

Seit es Frankfurt gibt, sind immer wieder neue Gruppen von Menschen hinzugekommen, haben unsere Stadtgesellschaft bereichert und verändert. Für die SPD ist es selbstverständlich, dass wir uns gegen jede Form von Rassismus und Antisemitismus stellen. Woher jemand gekommen ist, darf für die bürgerschaftliche Teilhabe keine Rolle spielen. Daher setzen wir uns für ein Kommunalwahlrecht für alle Frankfurter Bürgerinnen und Bürger ein. 

Städtepartnerschaft stärken – Demokratie fördern 

Frankfurt am Main pflegt zurzeit mit 17 Städten auf 4 Kontinenten Städtepartnerschaften. Neben zahlreichen europäischen Städten befinden sich auch einige im Nahen Osten, welche nicht zu demokratischen Staaten gehören, auf der Liste. Wir verstehen das Prinzip der Städtepartnerschaft nicht nur als Symbolpolitik oder wirtschaftliche Zusammenarbeit, sondern auch als Chance Frankfurts sich am demokratischen Prozess in anderen Städten zu beteilige. Am Beispiel Israel wird deutlich, dass ein großes Interesse darin besteht, einen internationalen Austausch zu fördern und Grenzen zu überwinden. Anders sieht es jedoch in Dubai, Kairo oder Eskişehir aus, wo demokratische (Jugend)-Bewegungen verfolgt werden und der politische Diskurs somit im Keim erstickt wird. Selbst die G.U.C (German University in Cairo) sieht sich nicht mehr in der Verantwortung, Demokratie auf ihrem Campus zu wahren.

Daher soll bei einer neu konzipierten Idee der Städtepartnerschaft der Aspekt der Demokratieförderung in den Vordergrund gestellt werden. Auf der einen Seite soll dabei unsere Jugend für Demokratie und Menschenrechte sensibilisiert werden, auf der anderen Seite fördern wir damit junge Menschen und nutzen die Möglichkeit für unsere Stadt. Dadurch soll das Thema Migration nicht nur auf den wirtschaftlichen Nutzen eines Menschen reduziert werden, sondern auch sein „Soziales Kapital“ in den Vordergrund gerückt werden.

© 2014 UnterbezirkKY - Bezirk Hessen-Süd
Proletarier*innen aller Länder, vereinigt euch!