Jüngster Bürgermeister Deutschlands zu Besuch

Er ist 25 Jahre alt, in Stuttgart geboren, hat in Konstanz Verwaltungswissenschaften studiert und ist Bürgermeister der Stadt Tengen am Bodensee. Marian Schreier war am Samstag, den 13. Februar 2015, zu Besuch bei den Jusos Bergstraße im Haus am Markt in Bensheim. Titel seines Referats: „Junge Menschen in politischer Verantwortung“
Der junge SPD-Politiker konnte in der Stadt mit 9 Ortsteilen überzeugen, obwohl die CDU im Gemeinderat die deutliche Mehrheit besitzt. In einer Stadt, in der 95 % katholisch sind und die Mehrheit konservativ eingestellt zu sein schien, konnte der evangelische Sozialdemokrat, der gerade so kandidieren durfte, da er die Altersgrenze von 25 Jahren erst kurz zuvor überschritten hatte, einen Bürgermeisterwechsel nach 42 Jahren herbeiführen. Zudem mit einer Wahlbeteiligung von 70% und mit 70,6 % der Stimmen.
Auf die Frage, ob er von seinen Kollegen und vom Gemeinderat ernst genommen wird, antwortet er, dass er zum größten Teil akzeptiert wird und konstruktive Gespräche stattfinden. Sollte doch einmal jemand Skepsis bezüglich seines Alters haben, versucht er mit Sachargumenten zu überzeugen. Und wenn dann noch jemand denkt er sei zu jung sagt er: “Das Problem wird von Jahr zu Jahr geringer“.
Zudem sieht er auch, dass er aufgrund seines Alters junge Menschen eher erreichen kann als ältere Kollegen. Er organsierte eine Facebookgruppe für junge Menschen in Tengen und ließ sie selbst die Themen bestimmen, die dann zusammen bei Stammtischen diskutiert wurden.
Auch die Jusos Bergstraße wollen jung politische Verantwortung übernehmen.
Dass sie 9 Kandidaten für die Kreistagswahl stellen und zudem viele Mitglieder in ihren Ortsvereinen für die Kommunalwahl kandidieren findet Schreier beeindruckend. Auch Landtagsabgeordnete Karin Hartmann sowie Kreistagsbeigeordnete Brigitte Sander freuten sich über die positive Entwicklung.
Er selbst war zwar Klassensprecher und ein Jahr lang in einem Jugendgremium in Stuttgart, hatte aber keine kommunalpolitische Erfahrung in einem Stadtparlament oder einem Gemeinderat.
Dass in seinem Landkreis nicht so viele Menschen für Mandate kandidieren, erklärt er sich dadurch, dass sich viele nicht für längere Zeit verpflichten können, da sie aufgrund ihres Studiums in größere Städte ziehen.
Mit circa 4000 Einwohnern stellt Tengen eine Größe dar, bei der auch der Bürgermeister Aufgaben als „Sacharbeiter“ in der Verwaltung übernimmt.
Auf die Frage, ob er auch einmal in die Landespolitik oder noch einmal als Bürgermeisterkandidat kandidieren möchte, antwortet er, er möchte sich zunächst auf Tengen konzentrieren, 8 Jahre seien für ihn noch eine lange Zeit und die Voraussetzung für eine erneute Kandidatur sei eine weiterhin gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und fügt hinzu „schließlich war ich vor 8 Jahren noch Schüler und stand vor meinem Abitur“.
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