„Bad Endbacher Energiemodell verbindet Wachstum, Daseinsvorsorge und Tourismusförderung“ – Jusos besichtigen mittelhessischen Windpark in Bad Endbach

„Bad Endbacher Energiemodell verbindet Wachstum, Daseinsvorsorge und Tourismusförderung“ – Jusos besichtigen mittelhessischen Windpark in Bad Endbach

Nach einer Besichtigung des Windparks in Bad Endbach am 23.10.2015 loben die Jusos die dortige Energiepolitik. „Das Bad Endbacher Energiemodell verbindet Wachstum, Daseinsvorsorge und Tourismusförderung. Schon jetzt beweist Bad Endbach als kleine mittelhessische Gemeinde, dass eine vollständig unabhängige dezentrale Energieversorgung möglich ist. Damit leistet Bad Endbach nicht nur einen großen Beitrag für den Klimaschutz. Ganz konkret hat die Gemeinde durch die kommunale Energiegewinnung neue Spielräume für andere Projekte im Bereich der sozialen Daseinsvorsorge geschaffen und ist damit Vorbild und Vorreiterin für andere. Die Verknüpfung mit der neu gebauten Therme über den kommunalen Eigenbetrieb zeigt, dass kommunale Energieerzeugung Teil eines ganzheitlichen Konzepts sein kann und nicht nur auf den örtlichen Energiebedarf reduziert werden darf“, erklärte der südhessische Juso-Bezirksvorsitzende Kaweh Mansoori.

 

Unter Leitung von Thomas Reuter, technischer Betriebsleiter des Eigenbetriebs Eigenbetrieb Kur-Tourismus-Energie und Vertretern der mit dem Windpark betrauten Kanzlei Karpenstein, Longo, Nübel Rechtsanwälte erkundigte sich die Delegation der Jusos vor Ort über technische, politische und juristische Rahmenbedingungen der Bad Endbacher Energiepolitik. „Was in Bad Endbach ohne überregionale Aufmerksamkeit umgesetzt wird, muss andere Gemeinden ermutigen die Energiewende vor Ort anzupacken. Der Bad Endbacher Weg ohne private Investoren ist zwar mutig, jedoch werden so alle Einnahmen gebündelt für Projekte, die der Allgemeinheit zugutekommen. Während andere Gemeinden nicht wissen, wie sie ihr Tagesgeschäft finanzieren sollen, kann Bad Endbach nicht nur Gebührenerhöhungen vermeiden, sondern betreibt gegen den allgemeinen Trend eine hochmoderne Therme und lockt so Tourismus und neue Wirtschaftskraft an“, so Mansoori.

 

Landes- und Bundesgesetzgeber seien gefordert, die Hürden für kommunale Energiegewinnung abzubauen. „Die Rechnung ist am Ende sehr einfach. Jeder Cent, der nicht an die Aktionäre von E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW ausgeschüttet wird, kann vor Ort umverteilt werden. Damit mehr Kommunen den Bad Endbacher Weg gehen können, brauchen sie leichteren Zugang zu wirtschaftlichen Betätigungen, eine verlässliche Regionalplanung des Landes und Planungssicherheit bei der Einspeisevergütung. Insbesondere die Planungen im Bundeswirtschaftsministerium zur Einführung eines Ausschreibungsmodells statt garantierter Einspeisevergütung bei onshore-Windparks oder Freiflächen-PV-Anlagen bedeutet das Aus für kleine Akteure auf dem Energiemarkt und ist ein reines Lobbyprogramm zugunsten der vier Energieriesen“, kritisierte Mansoori abschließend.

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