Juso-Frauen* positionieren sich für einen progressiven Feminismus

Am 9. April fand die jährliche Frauen*konferenz der Jusos Hessen-Süd in Hanau statt. Die Jungsozialistinnen sprachen sich für eine weitere Reform des Sexualstrafrechtes, eine bessere Versorgung von geflüchteten Frauen* sowie flächendeckende kostenlose Kinderbetreuung aus. Mit Bettina Müller, MdB, diskutierten die politisch aktiven Frauen*, unter denen auch zwei Mütter mit ihren Kindern anwesend waren, über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Hindernisse in der Karriere von Frauen*.

 

Gegen Probleme wie das längst überholte Steuersystem des Ehegatten-Splitting und die ungleiche Besetzung von Führungspositionen setzt sich Bettina Müller im Bundestag ein und erfährt dabei Unterstützung der anwesenden Juso-Frauen*, die Unternehmen verpflichten wollen für eine ortsnahe Kinderbetreuung Sorge zu tragen und die Vernetzung von Frauen* auch in Unternehmen fördern wollen.

 

„Ein großes Problem liegt immer noch in der Schwierigkeit für Frauen*, Familie und Beruf zu vereinbaren“, berichtete eine Genossin, die mit Nachwuchs angereist war. Die Referentin Christine Hechler, Ansprechpartnerin für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Hanau, belegte, dass fast 50% der berufstätigen Frauen in Hessen in Teilzeit arbeiten. Frauen* wird dann häufig die Rückkehr in Vollzeitarbeit erschwert oder völlig verwehrt, wodurch Frauen* vor allem im Alter von ihren Ehemännern* abhängig und häufiger von Altersarmut betroffen sind. Ein weiteres Problem ist, dass Frauen immer noch die „geschlechtstypischen Berufe“ ergreifen, die meist schlechter bezahlt sind, als die männlich dominierten Berufe, weshalb sich dann häufig die Mütter für die längere Elternzeit entscheiden und die Väter weiterarbeiteten.

 

Für die bevorstehenden Bezirkskonferenz der Jusos Hessen-Süd haben die Jungpolitikerinnen* Anträge u.a. zur Reform des Sexualstrafrechts verabschiedet. Hierbei sind der Wegfall des eindeutig abwehrenden Kommunikationsbeitrags des Opfers mit Rücksicht auf die Rahmenbedingungen der Tat sowie die Einführung einer Fahrlässigkeitsstrafbarkeit die entscheidenden Punkte.

 

Auch wurde gefordert, mehr auf die Bedürfnisse von geflüchteten Frauen*, insbesondere Schwangere und solche, die in Begleitung von Kindern und Eltern geflohen sind, zu achten und spezielle Integrationsprojekte für diese zu fördern.

Diesen Artikel teilen: Facebook Twitter Pinterest Google Plus StumbleUpon Reddit RSS Email

Comments are closed.