„Geflüchtete sind keine Lohnsklaven“ Jusos kritisieren 80-Cent-Löhne nach dem neuen Integrationsgesetz

„Geflüchtete sind keine Lohnsklaven“ Jusos kritisieren 80-Cent-Löhne nach dem neuen Integrationsgesetz

Anlässlich der Regelungen des neuen Integrationsgesetzes zu Arbeitsgelegenheiten für Geflüchtete erklären die Jusos Hessen-Süd:

“Geflüchtete Menschen mit 80-Cent in der Stunde für ihre Arbeit zu entlohnen, ist schlichtweg unanständig. Geflüchtete sind keine Lohnsklaven. Ordentliche Arbeit gehört ordentlich entlohnt. Ob es sich dabei um Erwerbslohne, Geflüchtete oder einheimische Arbeitskräfte handelt, spielt keine Rolle. Auch die Umbenennung von Arbeitslohn in Aufwendungsersatz ändert daran im Kern überhaupt nichts. Einen Zwei-Klassen Arbeitsmarkt darf es nicht geben“, erklärte der südhessische Bezirksvorsitzende Kaweh Mansoori.

Auch die arbeitsmarktpolitischen Folgen der Aufwandsentschädigung, die an die Regelung zu den sog. „1-Euro-Jobs“ für Erwerbslose angelehnt sind, stoßen bei den Jusos auf Ablehnung. „Das Konzept ist absurd. Das Bundesarbeitsministerium erfindet hier ein Dumpinglohnmodell, mit dem ein Arbeitsplatz, der theoretisch angemessen entlohnt und sozialversicherungspflichtig ausgestaltet wäre, verdrängt wird. Hier werden Arbeitsplätze mit Steuermitteln aktiv vernichtet. Die Regelung, dass solche Jobs reguläre Beschäftigung nicht ersetzen sollen, kann nicht verhindern, dass wirtschaftlich genau das passiert“, kritisierte Mansoori.

Unterdessen begrüßten die Jusos die schnelle Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. „Wirtschaftliche Teilhabe ist ein entscheidender Schritt um in der Gesellschaft anzukommen. Deswegen ist es wichtig, dass mehr Sprachkurse angeboten werden, ausländische Abschlüsse schneller anerkannt werden und neue Ausbildungsplätze geschaffen. Auch ein öffentlicher Beschäftigungssektor, in dem reguläre Jobs entstehen, ist begrüßenswert. Das ist aber etwas völlig anderes als Gratisarbeit für Bezieherinnen und Bezieher von Sozialleistungen. Neoliberale wie Hans Werner Sinn fordern die Legalisierung der Ausbeutung seit Monaten. Die SPD hat hier leider wieder einmal dem Druck der falschen Seite nachgegeben“, so Mansoori abschließend.

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